Ein Wanderer, erkrankt, vom Wege abgekommen…

043 - 1594

 

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Über einen erkrankten Wanderer, der sich verliebte, wo er eingekehrt war

 

 

Ein Wanderer, erkrankt, vom Wege abgekommen,
in sehr finsterer Nacht, mit ungewissem Fuß
die Einöde betretend, die schien so konfus,
rief vergebens, tat Schritte unbesonnen.

Ein anhaltendes Bellen hört’ er, wenn nicht nah,
deutlich, von einem stets wachenden Hund,
und in der armen Hirtenherberge Obhut
fand er Mitleid, wenn auch den Weg nicht fand.

Die Sonne ging auf, und, in Hermelin verborgen,
überfiel den Gastfreund, der noch nicht ganz genesen,
eine schläfrige Schönheit mit tückischer Süße.

Die Unterkunft wird mit dem Leben abgegolten;
im Gebirge umherirren würde er lieber
als sterben ebenso wie ich muß sterben.